Kolumbien: Homosexueller darf erstmals Kind adoptieren

Es ist bislang einmalig in Kolumbien: Die kolumbianische Justiz hat zum ersten Mal die Adoption durch Homosexuelle erlaubt. Das Verfassungsgericht in Bogotá entschied am Mittwoch in einem Urteil, dass ein homosexueller US-Bürger zwei Brüder offiziell adoptieren und zurück in sein Land nehmen darf.

Damit hat Kolumbiens Justiz einem Homosexuellen erstmals eine Adoption bewilligt. Die beiden Kinder sind zehn und 13 Jahre alt. Der Anwalt des US-Amerikaners spricht von einer “historischen Entscheidung”. Doch ganz so einfach gestaltete sich der schwere Weg bis zur offiziellen Adoption nicht.

Der alleinstehende US-Journalist Chandler Burr erhielt von den kolumbianischen Behörden zwar nach zweijährigen Papierkrieg bereits im März 2011 die Erlaubnis, die beiden Brüder zu adoptieren. Allerdings wurde den Kindern dann die Ausreise in die USA bis zur vollständigen Klärung des Sachverhaltes durch das Gericht untersagt. Als Grund für das Ausreiseverbot der beiden Adoptivkinder nannte die Justiz die Sexualität Burrs.

Am Mittwoch fiel nun die endgültige Entscheidung und der homosexuelle Chandler Burr darf die beiden Brüder offiziell adoptieren. Sein Anwalt German Ricon zeigte sich äußerst zufrieden mit diesem Urteil, welches eine  ”historischen Entscheidung” gegen Vorurteile und religiöse Einflüsse sei.

Dennoch ist Burrs Fall bislang einmalig. Denn in Kolumbien selbst ist es, wie auch in den meisten anderen lateinamerikanischen Ländern,  Homosexuellen weder gestattet zu heiraten, noch Kinder zu adoptieren.

Quelle: Welt.de

 

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